Tanz- und Bewegungstherapie

Worum geht es in der Tanz- und Bewegungstherapie?

Wie auch bei anderen körperorientierten Therapieverfahren geht es in der Tanz- und Bewegungstherapie darum, dem Körper mit seiner ganz individuellen Sprache, seinen Impulsen, Bewegungs- und Haltungsmustern, Empfindungen und Ausdrucksmöglichkeiten Raum zu geben.

Der Körper weiß oft mehr über uns, als der Kopf – sprich, unser Körper kann innere Zustände ausdrücken, die uns (noch) nicht bewusst sind. Die Fähigkeit, dem Körper zuzuhören, ist uns angeboren. Nur gerät diese Fähigkeit leider oft in Vergessenheit, da wir sie uns regelrecht „abtrainieren“, indem wir den Körper zum Transportmittel des Kopfes degradieren, das im durchgeplanten Alltag gefälligst zu funktionieren hat.

In der Tanz- und Bewegungstherapie werden zum einen verschiedene Ansätze genutzt, um dieses (noch) unbewusste Wissen zugänglich zu machen und somit die eigenen Reaktionen, Verhaltensweisen und Gefühle besser zu verstehen und ggf. zu verändern. Zum anderen können auf der Körper- und Bewegungsebene neue Verhaltensweisen erprobt und Erkenntnisse umgesetzt werden. Neu entdeckte und wieder zugänglich gemachte Ressourcen können sich somit im Körpergedächtnis verankern und sind auf diese Weise schnell und direkt abrufbar.

Welches sind die Schwerpunkte der Praxis?

In der bunten Vielfalt von Arbeitsweisen der Tanz- und Bewegungstherapie sind meine „Steckenpferde“ die Authentische Bewegung (Authentic Movement) und die Arbeit mit dem Moving Cycle nach Christine Caldwell.

Der Name „Authentische Bewegung“ verrät fast schon, worum es hierbei geht: Achtsame, wertfreie Bewegungen, die aus inneren Impulsen heraus entstehen. Sie brauchen nichts zu wollen und auch nicht zu wissen, wohin sich eine Bewegung entwickelt, noch ob überhaupt Bewegung entstehen möchte. Sie dürfen hier genau so sein, wie Sie sind: Durch das Wenden der Aufmerksamkeit nach innen, kann der Körper das ausdrücken, was gerade an Phantasien, Ideen, Bewegungsimpulsen auftaucht – ohne die Begrenzung wertender Muster. Diese Erfahrung kann den Prozess der Selbtsannahme auf tiefer Ebene erleichtern und fördern. In all diesem achtsamen Dasein/Sie-Selbst-Sein werden Sie wertfrei und aufmerksam von mir gesehen. Gemeinsam können wir dann das Erlebte reflektieren und ins Bewusstsein integrieren.

Der Moving Cycle ist eine ganzheitliche Form der Körperarbeit, die in vier Phasen abläuft und den Selbstheilungsprozessen/der Selbstheilungskompetenz des Menschen nachempfunden ist. Ausgehend von einem Gefühl, einer Beschwerde, einer Bewegung, begleite ich Sie in Ihrem Prozess durch die verschiedenen Phasen, in denen mal viel, mal wenig – immer aber achtsame, bedeutsame – Bewegung entstehen kann. Häufig zeigen sich neue, auch überraschende Bewegungsmuster – oder aber altbekannte, die wir so tiefer verstehen und „sprechen lassen“ können.

Für wen ist die Tanz- und Bewegungstherapie geeignet?

Für jeden, der gespannt und neugierig ist zuzuhören und hinzuschauen, was unser Körper und unsere Bewegungen uns erzählen.

Für jeden, der sich einen jederzeit nutzbaren Zugang zu den Ressourcen des eigenen Körpers in Ruhe und in Bewegung schaffen möchte.

Für jeden, der sich wünscht, wieder mehr bei sich und im eigenen Körper anzukommen und den eigenen Impulsen zu vertrauen.

Muss ich in der Tanz- und Bewegungstherapie tanzen (können)?

Sie müssen weder tanzen können, noch brauchen Sie überhaupt zu tanzen. Es sind keinerlei Erfahrungen im Bereich Tanz und/oder Bewegung notwendig, um zu lernen, dem eigenen Körper (wieder) zuzuhören. Es geht nicht um Tanztechnik, sondern um den hilfreichen Zugang zu unbewusstem Körperwissen und um das Wiederentdecken von Ressourcen, die mit der Körperebene in Verbindung stehen. Wie eine Stunde abläuft, richtet sich ganz individuell nach Ihren Bedürfnissen und Ihrem Prozess. Es können Stunden mit kaum oder mit viel Tanz und/oder Bewegung entstehen. Lassen Sie sich von Ihrem inneren Prozess überraschen!

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